Inklusion in den ARD-Programmen
Audiodeskription ist die hörbare bzw. akustische Bildbeschreibung von Fernsehfilmen. Blinde und sehbehinderte Menschen können mithilfe dieser akustischen Bildbeschreibung visuellen Fernsehinhalten folgen. Mit Informationen zur Handlung, zum Aussehen und Verhalten der Schauspieler, zu den Schauplätzen des Films, die von einem Sprecher oder einer Sprecherin immer in die Pausen zwischen den Dialogen beschrieben werden. Auch filmische Stilmittel, Kameraführung sowie Einblendungen werden vermittelt. So entsteht ein Hörfilm, der das „ganze Bild" wiedergibt.
Audiodeskription ist ein wesentlicher Bestandteil der Inklusion. Durch Audiodeskription erhalten blinde und sehbehinderte Menschen einen barrierefreien Zugang zu visuellen Medien und können so am gesellschaftlichen und kulturellen Leben gleichberechtigt teilhaben und mitreden.
Als sehbehindert gelten in Deutschland Menschen, deren Sehvermögen auf dem gesunden Auge bei unter 30 Prozent liegt. Das betrifft mehr Menschen, als man zunächst vermutet, denn im Laufe des Lebens nimmt bei vielen die Sehfähigkeit ab. Genaue Zahlen, wie viele blinde und sehbehinderte Menschen in Deutschland leben, gibt es nicht. Schätzungen zufolge sind es jedoch über eine Million.
Von Audiodeskription profitieren viele Menschen. Für Blinde ist Audiodeskription oft die einzige Möglichkeit, visuelle Inhalte zu verstehen. Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen erhalten zusätzliche Informationen zu Handlungen, Schauplätzen, Mimik und Gestik. Audiodeskription kann aber auch Menschen mit kognitiven Einschränkungen dabei unterstützen, visuell komplexe Szenen oder schnelle Handlungen nachzuvollziehen, da diese durch die gesprochenen Beschreibungen vereinfacht werden. Für Deutschlernende bietet Audiodeskription eine zusätzliche Möglichkeit, die Sprache zu hören und zu verstehen.
Barrierefreie Angebote – was genau ist das?
Untertitelung, Audiodeskription, Gebärdensprache – das sind die so genannten barrierefreien Angebote, mit denen die ARD allen Zuschauern ermöglicht, das vielseitige Informations- und Unterhaltungsprogramm zu erleben.
Was steckt hinter diesen Zusatzangeboten und wo sind die speziellen Features zu finden?
Anni Dunkelmann erklärt in diesem Video unter anderem wo die akustische Bildbeschreibung eingestellt werden kann, wie der Untertitel in der Lieblingsfarbe erscheint und wie man sich einen Gebärdendolmetscher quasi nach Hause holt.
Fernsehen zum Hören - AD macht's möglich!
Blinde und sehbehinderte Menschen können nicht Fernsehen? Falsch gedacht! Dank der akustischen Bildbeschreibung - Audiodeskription genannt - können Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen das Fernsehangebot der ARD ebenso nutzen wie unsere Zuschauerinnen und Zuschauer ohne Einschränkungen.
Bei der Audiodeskription beschreibt eine Sprecherin oder ein Sprecher in den Dialogpausen das, was im Bild gerade zu sehen ist. Das können Landschaften oder Gebäude sein, was die Schauspieler gerade tun oder welchen Gesichtsausdruck sie haben – eben alles, was für die Handlung des Filmes wichtig ist. Wie das genau funktioniert und wie Sie Audiodeskription an Ihrem Fernsehgerät einstellen können, erklärt Anni Dunkelmann in diesem Video.
Audiodeskription in der ARD
Viele Sendungen im Ersten, in den Dritten Programmen sowie in den Spartensendern der ARD werden mit einer Hörfilmfassung für blinde und sehbehinderte Menschen angeboten. Im Hauptabendprogramm im Ersten haben alle Spielfilme, Serien und Naturdokumentationen eine Audiodeskription, ebenso die Serien am Vorabend sowie einige Sendungen am späten Abend und Kinderformate am Wochenende.
Shows wie der Eurovision Song Contest werden live audiodeskribiert. Auch bei vielen Sport-Übertragungen, von einzelnen Fußballpartien bis zu großen Ereignissen wie den Olympischen Spielen, gibt es eine Live-Beschreibung auf dem zweiten Tonkanal.
Einige ARD Landesrundfunkanstalten produzieren zudem regionale Formate in einer Hörfilmfassung, um blinde Menschen stärker als bisher an ihren Programmen teilhaben zu lassen.
Hier finden Sie alle Hörfilm-Angebote im Programm der ARD.
Entstehung von Audiodeskription
Für viele blinde oder sehbehinderte Menschen ist das Fernsehen die Hauptinformationsquelle. Durch die Audiodeskription wird ihnen erklärt, was sie nicht sehen können.
Die Fernseh-Redaktionen beauftragen Hörfilmautoren mit dem Verfassen eines Text-Manuskripts für den Film, der audiodeskribiert werden soll. Dies wird dann von professionellen Sprechern im Tonstudio aufgenommen.
Die Herausforderung für den Sprecher besteht darin, Handlung und Bilder des Beitrags möglichst knapp zu erklären, da die Dialogpausen in der Regel nur 3 bis maximal 30 Sekunden lang sind.
Ist die Aufnahme geprüft und abgenommen, mischt der Toningenieur die neue Tonspur aus Originalton und zusätzlicher Bildbeschreibung. Dann kann der audiodeskribierte Beitrag auf Sendung gehen.
Empfang von Audiodeskription
Die Audiodeskription wird im linearen Fernsehen auf allen digitalen Verbreitungswegen über Kabel (DVB-C), Satellit (DVB-S), Antenne (DVB-T) und Internet (IPTV) ausgestrahlt. Auch über HbbTV sowie bei den Videos in der ARD Mediathek kann die Audiodeskription aktiviert werden.
Audiodeskription bzw. Hörfilme werden auf einem extra Tonkanal gesendet, den Sie einfach über die Fernbedienung aktivieren können. Da Audiodeskription nur noch digital empfangen werden kann, ist zum Empfang ein digitaler Receiver für Kabel- oder Satellitenempfang notwendig. Die Einstellung hängt vom jeweiligen Fernsehmodell oder Receiver sowie vom Empfangsweg und Fernsehanbieter ab.
Über DVB-T2 wird durchgängig AD ausgestrahlt. Nachdem der Receiver auf das gewünschte Programm eingestellt wurde, wird durch Drücken der Taste "Audio", "Sound", "Optionen" oder ähnliches die zweite Tonoption angezeigt und kann dann ausgewählt werden. Der originale Filmton bleibt Stereo, einige Programme (z.B. der BR) strahlen auch die Audiodeskription in Stereo aus.